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Letzte  Aktualisierung     27. Oktober           2014

 

Reise- und Erlebnisbericht von Ilona Rieck und ihren Havanesern

Welcher Hundezüchter hat sich wohl nicht schon einmal gewünscht, mit seinen Hunden auf der   “Crufts” Birmingham   dabeizusein, der grössten und wohl bedeutendsten Hundeausstellung der Welt.  Auch wir haben davon geträumt.   Und   2 0 0 6    war es soweit  !

Dank der Hilfe von vielen Freunden haben wir den langen und b eschwerlichen Weg dorthin gemeistert, konnten    e r s t m a l s     2 Havaneser aus Deutschland  auf “Crufts” starten und sich zudem erfolgreich behaupten:

Mutter und Tochter -   “SUSI”    Ch Pillowtalks Victorious Victoria (Second Prize) und                                                “Angie”  Ch Ricky´s Angelina (VHC Very Highly Commended). 

Mein ganz besonderer Dank aber geht zu  Monika Moser und meiner Freundin Angelika Mendau sowie deren  Tochter Kathrin, ohne deren uneigennützige Hilfe und Unterstützung ich den langen Weg bis “Crufts” nicht so gut gemeistert hätte und die mir immer wieder Mut gemacht  und all meine Sorgen und Nöte während der beschwerlichen Anreise geteilt haben. 

  D a n k e    f ü r    a l l e s    !   

Kaputt und müde nach 2.900 Fahr-km, dennoch unendlich glücklich und zufrieden sind wir heimgekehrt mit einem völlig neuen Erfahrungsschatz. Es war eine gigantische Ausstellung. Mit über 24.000 gemeldeten Hunden die wohl größte Dog-Show der Welt. Nirgendwo sonst kann man eine solch große Zahl der hervorragendsten Hunde aller Rassen antreffen. Und gerade deshalb bin ich sehr stolz darauf, daß unser “Verband Deutscher Kleinhundezüchter” dort so erfolgreich vertreten war und gratuliere auch allen anderen Teilnehmern zu ihren tollen Erfolgen.

Frau Tanja Engel mit ihrem Cavalier King Charles Spaniel, Frau Eichler, die mit ihrem Papillon den  “First Prize”  errang und natürlich nicht zu vergessen Ferdi Dickmann,  dessen Mopsrüde        Ch Patsgang Lord Eastonite es doch tatsächlich geschafft hat, das “BOB” nach Hause zu tragen.     Best of Breed  auf Crufts - ein Wahnsinnserfolg für uns alle ! Herzlichen Glückwunsch !

Zum “Ambiente” der Ausstellung:

Die Ausstellungshallen sind modern, großzügig bemessen und sehr gut klimatisiert. Alles ist mit Teppichboden ausgelegt. Es herrscht Rauch- und Handyverbot, was wir alle sehr begrüßt haben. Jedem Teilnehmer wird für seinen Hund eine eigene Bench zugeteilt, über die er bei Ankunft seine Start-Nr. vorfindet. Diese darf auch nicht vertauscht werden. Also kein “Kampf” um den besten Platz am Ausstellungsring.

Die englischen Aussteller selbst sind sehr höflich und hilfsbereit und ich würde mich sehr freuen, einige wiederzusehen und begrüssen zu dürfen. Dabei denke ich ganz besonders gern an meine Bench-Nachbarn, Mrs. Ridley sowie Mr. und Mrs. Robinson zurück, die mir sehr geholfen haben.

D a n k e   !   oder   “Thank you very much” ! ! !

Den Einkaufsspezialisten unter uns sei gesagt, daß auf “Crufts” ein so großes und vielfältiges Einkaufsparadies vorhanden ist, daß die Geldbörse zu “Zwiebelleder” wird. Mir schwirrt jedenfalls noch heute der Kopf von diesem Überangebot an Waren. Leider hat mir die Zeit gefehlt, um ausgiebig “schnüffeln” zu gehen.

Was ich allen Daheimgebliebenen übermitteln möchte:

Unser Motto war:      Dabeisein   ist   alles   !                                                       Traut Euch !  Glaubt an Eure Kraft und Stärke und vertraut Euren Hunden.   I h r   schafft es auch, denn wir haben Klassehunde im Verein. Und noch etwas: Auch in England wird nur mit Wasser gekocht !

Damit Euer Weg nicht so lang und beschwerlich wird wie meiner und damit Ihr nicht so viele bürokratische Irrwege durchlaufen müßt, habe ich ein paar der wichtigsten Punkte zusammengestellt, die Euch helfen sollen:

1. Grundvoraussetzung für die Einreise nach England: der Hund muss gechippt sein. Die Titerbestimmung (Tollwut) muß vorliegen, Zecken- und Bandwurmbehandlung   v o r   Einreise (24- 48 h)

2. Qualifikation: Um überhaupt auf Crufts starten zu dürfen, benötigt man die sogenannte “Qualifying Award Card”. Diese kann auf nur der ranghöchsten Ausstellung des jeweiligen Landes errungen werden. In Deutschland z.B. ist es die Bundessiegerschau in Dortmund, die immer im Oktober stattfindet.                   

3. Registrierung: Es muß die sogenannte ATC Number (Applikation for an Authority to Compete) beantragt werden. 

4. Meldung für Crufts: Melden kann man sowohl online als auch per Post. Die Klasseneinteilung ist anders als bei uns und etwas gewöhnungsbedürftig. Eine Championklasse kann es nicht geben, da ja   a l l e   vorgeführten Hunde Champions sind und selbst die hier vorgeführten Puppies haben zuvor schon auf anderen Schauen gesiegt.

5. Vorgeschriebene Einreiseroute: Auf dem Luftweg muß der Hund im Frachtraum transportiert werden. Wer seinem Vierbeiner das nicht antun möchte, dem empfehle ich die Einreise entweder                                          a) mit der Fähre von Calais nach Dover    oder                                                                                                b) durch den Eurotunnel von Calais nach Folkestone.                                                                                 Angekommen in England fädelt man sich ganz unproblematisch in den Linksverkehr ein und ab gehts in Richtung Birmingham mit Höchstgeschwindigkeit 113 kmh.

6. Rechtzeitige Reisevorbereitungen: Ob als Aussteller oder nur als Besucher der Ausstellung, das Hotel sollte auf jeden Fall rechtzeitig gebucht werden. Die relativ preiswerten Hotels sind frühzeitig ausgebucht und während der Crufts selbst ist meist selbst die letzte “Besenkammer” besetzt.

Für die Rückreise sollte man mehr Zeit einplanen und Stopps einlegen, denn die Autoroute führt vorbei an so unendlich vielen Sehenswürdigkeiten, daß es schade wäre, wenn man sich nicht das eine oder andere anschauen würde. Wir waren z. B. von Warwick Castle hellauf begeistert. Und da uns unser Weg an Windsor vorbeiführte, war ein Halt einfach ein Muß. Ein klein wenig habe ich dieses Land kennen- und seine Menschen schätzen gelernt. Wenngleich die vielen Eindrücke von dieser M;ammutreise noch lange nicht verarbeitet sind, so weiß ich doch schon heute:

   I c h   k o m m e   w i e d e r   !   Vielleicht dann mit vielen unserer VK-Züchter ! ! !

                                     Ilona Rieck und ihre Havaneser